In tiefer Liebe geschrieben, für totalen Stumpfsinn veröffentlicht

...da hat der Vorschlag von Gäbler ja doch noch einen Einsatz gefunden...

 

Liebstes Wohnheim der Bergesstraße,

wie liebe ich deinen Anblick, deine Gestalt, dein Gemüt.

Jeden Tag ersehne ich deinen Anblick, wenn ich vorbei an Diana und Hubertus die gesamte Strecke an nichts anderes denken konnte. Dein Baugerüst, dein mit Schlaglöchern versehener Hof: dein schickes Antlitz samt praktischem Verwaltungsgebäude zieht mich jedes mal von neuem in Bann.

Doch wie in jeder großen Liebesgeschichte der Vergangenheit haben auch wir einen Widersacher, einen Missgönner, einen Pfeil, der nach und nach zwischen uns dringt und mein Herz beschwert: die Hausverwaltung.

Fleißig und immer strebsam beschwingt, verweilt sie nur wenige Tage in der Woche in deinen Räumen und dies zu recht anzweifelbaren Zeiten. Möchte ich Lob und Entzückung über dein Sein ausdrücken, ist mir dies nur selten möglich. Und Liebstes – du weißt genauso gut wie ich, dass es über das Telefon einfach nicht dasselbe ist.

Darum habe ich es schriftlich versucht und führe nun regen Schriftverkehr mit deinen Behütern und Beschützern. Immer wieder herzergreifend, einen liebevollen, recycelten Briefumschlag in meinem Fach zu finden, denn ich weiß sofort: es hat wieder nicht geklappt eine Rechnung zu zahlen oder Gast anzumelden. Und auch das Eindringen ihrerseits in unsere kleine, geheime Festung schadete der zarten Pflanze unserer jungen Liebe doch sehr. Wen interessiert unser Fetisch ohne Laken schlafen zu wollen? Wen berühren dieses intimen Details außer uns zweien?

Das Verhalten der Reinigungskraft kann ich auch kaum noch erdulden. Sie ist eifersüchtig auf unsere Beziehung und den Halt, den du mir gibst -  wie sonst ist es zu erklären, dass sie mir ständig das in liebesvoller Kleinarbeit ausgesuchte Putzspray entwendet? Sie kann es nicht ertragen, dass ich dich so umsorge, für dich da bin und wir uns so unglaublich nahe stehen.

Liebstes, bestes Wohnheim lass uns gegen diese gemeinen und fiesen Einflüsse kämpfen. Lass uns zusammen halten und aneinander glauben. Lass uns die Nähe genießen und die Neider ignorieren.

Deine Zimmerbewohnerin 22

14.11.08 18:58

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jasmin / Website (16.11.08 21:25)
Seeeeehr schön in meiner jetzigen verfassung genau das richtige: ein lächeln :-* danke!!!!

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